wagnerkunstmanagement

Barbara Schön

Biografie

1971 geboren in München
1992 - 1994   Studium der Philosophie und Italianistik,
Ludwig-Maximilians-Universität, München
1994 - 2001 Studium der Malerei und Kunsterziehung,
Akademie der Bildenden Künste München
1994 -1999 bei Prof. Gerd Dengler
1999 - 2001 bei Prof. Günther Förg
2002 1. Staatsexamen


Barbara Schön, beschreibt den Zugang zu Ihrer Arbeit:

Angeregt von Hans von Marees "Die Hesperidengärten" von 1887/89 entstand die Druckserie der Orangenbäume, deren Früchte - zu einem eigenen Bildelement geworden - nicht nur zu fallen, sondern auch zu schweben oder fliegen scheinen. Im Vorbild "fällt" eine Orange aus dem Bildraum und liegt am Rand des fast illusionistisch gemalten Brunnen im Sockel. Die Schwere des Themas wird hier erheiternd gebrochen und weist auf etwas anderes hin.

Auch in früheren Arbeiten waren es Paolo Uccellos Darstellung der Prinzessin in seinem Bild der Legende des Heiligen St. Georg, oder die musikalische Vorlage der Freischützsage von Robert Wilsons "The Black Rider" (Musik: Tom Waits, Text: William S. Burroughs), die in ihrer Formulierung und Ausdruck mich reizten, als Vorlagen für eigene Interpretationen der Thematik in Form von Malerei, aber auch in dreidimensionalen und raumbezogenen Arbeiten zu verwenden. Es entstand eine 18 cm hohe Figur der Prinzessin aus Gips und Plastilin sowie eine Reihe von Drucken zum Thema: als "Porträt", mit Pferd, oder in einen Bildgrund eingebunden, der an Landschaft oder Bühnenraum erinnert. Im Zusammenhang meines Interesses für das Theater als Raum einer Erzählung, das in seiner Abgeschlossenheit dem Besucher ein bestimmtes Bild mitgeben kann, entstand neben mehreren Druckserien eine Installation zu "The Black Rider". Das Erzählerische der naturalistischen Darstellung des Reiters (Draht, 29x26x13 cm) steht der abstrakten Form eines Quaders (98x74x27 cm, pigmentierter Gipsputz) gegenüber.

Eine wichtige Rolle kommt der Technik der Monotypie dabei zu, die in ihrer Eigenheit des Einmaldruckes nicht auf einen bestimmten Bildaufbau reduziert, sondern eine Entwicklung, bzw. eine Veränderbarkeit in der Darstellung als sichtbare Zustände zulässt. Sie gibt die Möglichkeit, von einem bestimmten Gegenstand auszugehen und ihn sowohl auf den persönlichen Bezug hin zu prüfen, als ihn auch im Sinne von Malerei als Bildanlass zu "benutzen". Er verschmilzt in vereinfachter Form mit dem Farbraum oder steht in Spannung zwischen dem konkret Erkennbaren und der Abstraktion.

Barbara Schön, Mai 2003